17.07.09

Kein auf dreistündige Kontakte pro Jahr eingeschränktes Besuchsrecht

Rubrik: Kindschaftsrecht

Das Besuchsrecht dient dazu, ein Naheverhältnis zwischen Elternteil und Kind herzustellen und aufrechtzuerhalten und muss daher eine gewisse Intensität erreichen.

Der OGH vertritt in seiner Entscheidung 2 Ob 21/09s die Rechtsansicht, dass der besuchsberechtigte Elternteil nicht in die Rolle eines gelegentlichen Besuchers gedrängt werden darf.

Ein Kontakt bei schulpflichtigen Kindern im Ausmaß von zwei Tagen alle zwei Wochen wird dabei als angemessen angesehen. Ein auf lediglich drei einstündige Kontakte pro Jahr eingeschränktes Besuchsrecht ist der Rechtsprechung fremd und kann weder mit der ablehnden Haltung eines Kindes noch mit der "Erziehungsinsuffizienz" des Besuchsberechtigten gerechtfertigt werden.